Gebete in der Coronakrise                                                   

 

Gebetsbroschüre "Die Hoffnung weitertragen"

 

empfohlen vom Erzbistum Köln. Bei www.rogamus.de  haben Sie die Möglichkeit zum Download.

 

 

Abendgebet                                               

 

Ich vertraue mich Dir an

Du guter Wächter der Nacht

Wie bin ich froh Dich wach zu wissen

in dieser Nacht

Ich vertraue mich Dir an

meinen müden Leib

mein unruhiges Herz

meine Sorgen und Gedanken

Ich empfehle Dir alle, die mir lieb sind

Trockne die Tränen

Berühr mit zarter Hand

das Gesicht der Einsamen

Stille die Sehnsucht

Lindere den Schmerz

Gib allen den Frieden der Nacht

Ich empfehle Dir die ganze Welt

die Armen und die Reichen

die Kranken und die Gesunden

die Flüchtlinge und die Hungernden

alle Völker und Nationen

Ich will glauben guter Wächter der Nacht

dass nichts Deinem lebenden Blick entgeht

Segne alle, die arbeiten, während ich schlafe

Und segne alle, die schlafen

aus: Anton Rotzetter, "Gott, der mich Atmen lässt", S.21/22, erschienen im Herder-Verlag, Neuauflage 2016.

 

Selig die Dankbaren

 

Selig, die dankbar sind

für die sogenannten Selbstverständlichkeiten,

für das Dach über dem Kopf

und das Brot auf dem Teller,

für den Frieden in Stadt und Land.

Selig, die dankbar sind

für die Kleinigkeiten des Lebens,

für Lerchengesang und Rosenduft,

für das freundliche Wort der Nachbarin.

Selig jene, die wissen,

dass nicht alles Gute aus eigener Kraft kommt,

dass sie angewiesen sind auf andere Menschen,

dass ein gnädiges Schicksal sie vor Argem bewahrt.

Selig sind jene,

die Gott immer wieder Dank sagen können.

 

 

Möge Gott dir

einen Engel senden,

der deine Sorgen auf seinen Flügeln

von dir trägt damit du Frieden findest

und schlafen kannst.

 

 

Am Morgen

 

Einfach annehmen

Das Kleine Glück

Eines Tages liegt vor dir.

Nimm es an:

Den ersten Sonnenstrahl,

einen Regentropfen,

einen freundlichen Gruß,

den Wind im Gesicht,

das Lachen der Kinder,

die Töne der Musik,

das Wort eines guten Menschen,

die Farbenbracht der Blumen,

das Zwitschern der Vögel,

den Händedruck,

den erfrischenden Trunk,

den Geschmack der Speisen,

den Gedanken an Gott,

die Ruhe und Stille der Nacht!

 

Ein neuer Tag

 

Ein neuer Tag kommt auf mich zu. Ich nehme ihn von dir. Ich nehme ihn aus deiner Hand.  Als dein Geschenk. Ich nehme aus deiner Hand Gelassenheit und das Vertrauen in deine Kraft. Ich berge mich selbst in deiner Hand, damit Gelassenheit und Vertrauen bleiben diesen ganzen Tag.

Ich nehme diesen Tag aus deiner Hand. Ich lebe davon, dass ich dir wichtig bin. Ich habe Hoffnung für mich, weil ich dir vertraue. Gib mir die Hoffnung für diese Welt, die deine Welt ist. Für die vielen Menschen. Deine Kinder. Gib mir die Weite des Herzens, ihrer aller zu gedenken. Gib mir Sehnsucht nach deiner Gerechtigkeit. Schaffe Raum in unsren Herzen.

Amen

 

Bitte um den Segen

Segne mich und die Meinen

Und lass uns Zeugen dafür sein,

dass wir im Vertrauen auf dich

immer voller Hoffnung sein dürfen.

 

zusammengestellt von Anja Horch

 

 

 

Gott, du Tröster in der Stille

 

In diesen Tagen sind wir aufgefordert, unsere sozialen Kontakte drastisch zu reduzieren. Deshalb werden wir manchmal von Traurigkeit und Einsamkeit ergriffen und es fühlt sich an, als wären wir einsam und alleine in weiter Wüste. Das mag uns dazu zwingen, dass wir uns mit uns selbst auseinandersetzen. Manchmal mag uns dies zum Schmunzeln bringen, aber es kann auch weniger gute Gefühle hervorrufen. Wir spüren: Nicht alles in uns ist gut, wir tragen Licht und Schatten in uns. Ohne Ablenkung von außen kann uns dies schmerzlich bewusst werden.

Deshalb bitten wir Dich in diesen Tagen ganz besonders:

Hilf uns, diesen einen göttlichen Funken in uns zu finden, der uns zu Deinem Abbild macht, der uns Gutes tun lässt und Freude in die Welt trägt.

Gib Frieden und Zuversicht in unsere unruhigen Gedanken und lass uns gestärkt aus dieser Prüfung hervorgehen; in Vorfreude auf ein wieder gemeinsames Leben auf unseren Straßen und Plätzen, auf Lachen mit unseren Freunden und Musik in unseren Kirchen.

AMEN.

 

von Monika Sattler

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Heiliger Sebastian -

bitte für uns

 

Der heilige Seba-stian ist einer der 14 Nothelfer und Pest-heiliger. Aber wer war der Heilige Se-bastian? Viel wissen wir nicht über ihn.[1]

Gesichert ist nur, dass Sebastian – wahrscheinlich ein gebürtiger Mailänder – ein römischer Sol-dat und Märtyrer war, der an einem 20. Januar, wohl des Jahres 288, starb. Es gab einen Sarkophag in den Katakomben an der Via Appia An-tica im Süden Roms mit seinem Namen. Bereits zur Zeit des Kirchenvaters Ambrosius (um 339 bis 397) wurde Sebastian verehrt. Ambrosius bezeichnet den Märtyrer als Mailänder, aber laut einer Legende im Umfeld seines Grabes könnte er auch aus dem südfranzösischen Narbonne stammen.

 

Der Name Sebastian bedeutet: „der zum Kaiser gehörende“. Seit dem 5. Jahrhundert bildet sich folgende Heiligenlegende:

Sebastian war ein Soldat der römischen Elite-truppe der Prätorianer, die dem Kaiser als Leib-garde diente. Während der Regentschaft von Kaiser Diokletian (284 bis 305) wurden viele Christen ermordet; seine Herr-schaft gipfelte 303 in der größten Christen-verfolgung des Rö-mischen Reiches. Sebas-tian verheimlichte seinen christlichen Glau-ben am Hof und nutzte seine hohe Stellung als Haupt-mann der Prätorianer-garde, um Christen in den Gefängnissen Roms zu besuchen, sie im Glauben zu stärken und für die Bestattung der Märtyrer zu sorgen.

Als Diokletian erfuhr, dass der von ihm geschätzte Soldat ein Christ war und Glaubensgenossen half, verurteilte er ihn zum Tode. Der Kaiser ließ Sebastian an einen Pfahl oder Baum binden und – je nach Legende – von den Prätorianern oder von numidischen Bogenschützen erschießen. Als die fromme Witwe Irene seine vermeintliche Leiche vom Pfahl holen und christlich bestatten wollte, entdeckte sie, dass Sebastian überlebt hatte, und pflegte seine Wunden.

Kaum erholt, trat der tot Geglaubte dem Kaiser entgegen, um ihm die grausame Sinnlosigkeit seines Tuns vorzuhalten und ihn öffentlich wegen seines Vorgehens gegen die Christen anzuklagen. Daraufhin ließ ihn Diokletian vor seinen Augen am Circus Maximus erschlagen und seinen Leichnam in den Abflussgraben Cloaca Maxima werfen. Laut Legende erschien Sebastian der Christin Lucina im Traum und wies ihr den Ort seiner Leiche. Christen bargen seinen Körper und begruben ihn an der Via Appia in den nach ihm benannten Katakom-ben, über denen bis heute die Pilgerkirche San Sebastiano steht.

Als im Jahr 680 eine Pestepidemie in Rom und Pavia wütete, trug man seine Reliquien durch die Straßen der Städte, wor-auf die die Epidemie ein Ende nahm. Seither ist der Heilige Sebastian einer der Patrone von Schützen und wird gegen die Pest und andere Seuchen angerufen.

Dass Sebastian dies wurde ist der Legende geschuldet: In antiken Vorstellungen traf der "Schwarze Tod" die Menschen so wahllos, wie der "Pestengel" aus dem Himmel vergiftete Pfeile auf die Erde schoss – und Sebastian war einer, der Pfeile überlebt hatte.

In der derzeitigen Situation werden Martyrium des Heiligen und seine Legende wieder anschaulich aktuell. An seinem Altar dürfen wir beten um den Beistand Gottes.

 

Wenn sie mögen, dürfen Sie Fürbitten und Gebete formu-lieren und sie an die Email:

pfarrer@pfarreiengemeinschaft-plaidt.de

mit dem Betreff "Fürbitte" schicken.

 

Ich werde im nächsten Gottesdienst diese Gebete aufgreifen.

 

Ihr Pastor Alexander Kurp

 

[1] Der Text bezieht sich auf die Ausführungen von Agathe Lukassek zu finden bei: Heiliger Sebastian in: www.katholisch.de