Chorchronik

Chronik des früheren Kirchenchores St. Cäcilia Plaidt

Dem offiziellen Namen nach ist der Kirchenchor „Cäcilia“ der älteste Verein in Plaidt. Dass der Chor jedoch weitaus älter ist, beweisen ein „Römisches Antiphonal- und Vesperbuch“ aus dem Jahr 1795 vom Plaidter Schulmeister Franz Christoph Butz sowie die Untersuchungen von Maria Zaar-Görgens, Historikerin und stellvertretenden Vorsitzenden des Plaidter Ge-schichtsvereins. Dies beweisen nachweisbare Geldzahlungen für Chorsänger in der Plaidter Kirche bereits für das Jahr 1759, aufgeführt in einem Rechnungsbuch im Landeshauptarchiv Koblenz (vgl. Plaidter Blätter 8, 2010).

Franz Christoph Butz hatte nach dem Tod seines Vaters Christian Butz dessen Amt als Küster und Organist übernommen, und auch alle Nachfolger, unter denen Anton Käsdorf (1854 bis 1872) hervorragte, haben den Chor geleitet. Hauptlehrer Schmitt und Rektor Langshausen sowie Wilhelm Präder (1923 bis 1925) waren die nächsten Leiter des Kirchen-chores.

Mit Einführung des 19-jährigen Lorenz Lauterbach aus Waldrach im Ruwertal als Organist und Chorleiter in Plaidt durch Pastor Loskyll im Jahre 1925 traten 36 Mädchen dem Chor bei, und in dieser wirtschaftlich sehr schwierigen Zeit hielt der Zuwachs an unverheirateten jungen Frauen und Mädchen unvermindert an. Nun erlebte der Chor eine Blütezeit. Während des 2. Weltkriegs half Peter Butz beim Orgelspiel in der Kirche aus, während der junge Johann Josef Marzi aus Plaidt den Chor leitete, ab 1944 unterstützt durch Domprälat Monsignore Wilhelm Stockhausen, der seit 1941 seinen Ruhestand in Plaidt verbrachte. 1947 folgte Lorenz Lauterbach einer Berufung nach Stuttgart-Neuhausen. Nun übernahm der junge Musiker Johann Josef Marzi die Leitung des Kirchenchors und führte ihn fast vierzig Jahre erfolgreich weiter. 1965 wurde das 40jährige Bestehen des Gemischten Chores „St. Cäcilia“ mit insge-samt 87 Sängerinnen und Sängern gefeiert.

Zehn Jahre später, im Mai 1975, wurde der Chor durch den Allgemeinen Deutschen Cäcilienverband (ACV) mit der „Palestrina-Medaille“ ausgezeichnet, ein Jahr später erhielt der Chor durch den damaligen Kultusminister Dr. Bernhard Vogel auch die „Zelter-Plakette“.

1986 musste Johann Josef Marzi aus gesundheitlichen Gründen den Dienst aufgeben.

Nun folgten in unregelmäßigen Abständen mehrere Chorleiterwechsel: Mario Peters (1986 bis 1991), Sven Scheuren (1991 bis April 1992), Gerhard Schlich (1993-2000), Ulrike Schlich (2000 bis August 2002) und Andreas Martin (2002 bis 2009). Zwischen den Wechseln halfen immer wieder Wolfram Schenk und Otmar Freitag als Chorleiter oder Organisten aus.

Im Jahr 2015, konnten der Chor mit dem jetzigen Chorleiter Florian Strub (2010-2019) nach mehr als zweihundertfünfzig Jahren seit der Ersterwähnung von Chorgesang in der Plaidter Pfarrkirche auf das 90-jährige Bestehen des gemischten Kirchenchors „Cäcilia“ zurückblicken. 2019 fusionierte dieser Chor unter der Leitung von Gereon Krahforst mit den Chören von Miesenheim und Plaidt zu einem größeren Gemeinschaftschor.
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